Andreas Schwarz Fraktionsvorsitzender Die Grünen im Landtag Baden-Württemberg

Sonderprogramm zum Erhalt der Artenvielfalt beschlossen

Bild: Susanne Richter/pixelio.de

Der Erhalt der biologischen Vielfalt steht ganz oben auf der Agenda der grüngeführten Landesregierung. Die Ministerien für Umwelt, Landwirtschaft und Verkehr haben im Auftrag von Ministerpräsident Winfried Kretschmann gemeinsam Vorschläge erarbeitet, wie die Artenvielfalt in Schutzgebieten und in unseren Kulturlandschaften erhalten werden kann. Je 15 Mio. Euro stehen in den kommenden beiden Jahren für das „Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt“ zur Verfügung. Neben konkreten Maßnahmen wie etwa finanziellen Anreizen für die Landwirte bei einer naturnahen Bewirtschaftung drängen die Grünen auf die wissenschaftliche Erhebung von Grundlagendaten, um überprüfen zu können, ob die ausgeführten Maßnahmen die gewünschte Wirkung erzielen.

Die Zahl der Insekten hat sich in den letzten 27 Jahren um mehr als 75 Prozent reduziert. Durch diese dramatische Schrumpfung verlieren wir auch viele Vogelarten und der Vogelbestand hat sich halbiert. Weniger Insekten bedeutet weniger Futter für Vögel. Massiver Flächenverbrauch und die ausgeräumten, artenarmen Landschaften sind dafür ebenso verantwortlich wie Monokulturen, intensive Landwirtschaft und chemischer Pflanzenschutz. Eine erschreckende Entwicklung, die auch Menschen zur Kenntnis nehmen sollten, die sich sonst nicht für das Schicksal von Käfern und Bienen interessieren, denn die meisten unserer Nutzpflanzen können nur dann Ertrag abwerfen, wenn sie bestäubt werden.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen Landtagsfraktion Andreas Schwarz begrüßt die nun erfolgte Einigung als großen Erfolg für die grün-schwarze Koalition. Damit könne die Artenvielfalt in Zukunft wieder erhöht werden. Als erstes Bundesland erstellt Baden-Württemberg mit dem Sonderprogramm einen Plan zur Verringerung von Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat. Beim Naturschutz ist das Land damit bundesweit Vorreiter und legt die Messlatte für alle Länder hoch. Die Naturschutzverbände haben das Sonderprogramm als ‚wichtigen Meilenstein für den Naturschutz` bezeichnet.  Um festzustellen, wie wirksam das Programm ist, wird zunächst eine Inventur der Tierarten durchgeführt. Dieses Monitoring zeigt, wie viele und welche Fledermäuse, Wildbienen oder Insekten es im Südwesten gibt. Damit können dann zielgerichtete Maßnahmen bei Auffälligkeiten ergriffen werden.

Südwest Presse 15.11.2017