Andreas Schwarz Fraktionsvorsitzender Die Grünen im Landtag Baden-Württemberg

Verkehrsknoten Wendlingen

Andreas Schwarz

Bei der vom Ortsverband der Grünen in Wendlingen organisierten Informationsveranstaltung zum Verkehrsknoten Wendlingen am 9. Mai 2017 erklärte der Fraktionsvorsitzende der Grünen Landtagsfraktion und Kirchheimer Abgeordnete Andreas Schwarz, dass der zweigleisige Ausbau der Wendlinger Kurve aus verkehrlicher Sicht sinnvoll und notwendig sei. Im Zuge der Baumaßnahmen zur Neubaustrecke (NBS) Stuttgart – Ulm ist seitens der Bahn ein eingleisiger Ausbau vorgesehen und in den Gesamtkosten der NBS enthalten. Allerdings müssten die Züge bei Eingleisigkeit von und  nach Tübingen warten, bis der Fernverkehr passiert hat, denn Begegnungsverkehr ist nicht möglich. Züge müssten aufs Gegengleis der NBS mit entsprechendem zeitlichen Puffer. Damit wären die Streckenkapazitäten deutlich eingeschränkt und reduziert. Das Land Baden-Württemberg hat daher den zweigleisigen Ausbau (Große Wendlinger Kurve) zum Bundesverkehrswegeplan 2030 in den vordringlichen/potentiellen Bedarf angemeldet. In einer Machbarkeitsstudie zum Deutschlandtakt 2016 wurde die grundsätzliche Machbarkeit des zweigleisigen Ausbaus bestätigt und empfohlen. Die Studie enthält drei Varianten der Großen Wendlinger Kurve die jeweils als Tunnelbauwerk realisiert werden können. Welche der möglichen Varianten gebaut werden könnte, wird derzeit noch intensiv diskutiert. Das größte Problem bei der Realisierung stellt die Finanzierung mit Kosten zwischen 75 und 80 Mio. Euro dar, denn der Bund ist dem Vorschlag des Landes nicht gefolgt, und hat die Große Wendlinger Kurve nicht in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen.

Das zweite wichtige Verkehrsthema für Wendlingen ist neben der Großen Wendlinger Kurve ein möglicher S-Bahn-Ringschluss auf den Fildern, der erhebliche verkehrliche Verbesserungen für die umliegenden Kommunen bringen würde. Ein von den Städten Wendlingen und Wernau, dem Landkreis Esslingen sowie den Gemeinden Kongen und Unterensingen vor einiger Zeit in Auftrag gegebenes Gutachten nennt vier mögliche Ausbauvarianten für einen S-Bahn-Ringschluss ins Neckartal. Eine weitere Variante mit einer teilweisen Mitnutzung der neuen ICE-Stecke durch die S-Bahn wird vom Verband Region Stuttgart, dem S-Bahnbetreiber, favorisiert. Regionalrat Dr. André Reichel sieht in dieser Variante den Vorteil, dass die Verbindung rascher und kostengünstiger realisiert werden könnte. Ferner handelt es sich um eine längere Strecke, so dass mit mehr Fahrgästen gerechnet werden könnte. Damit würde diese Variante  die Wahrscheinlichkeit erhöhen Fördergelder zu bekommen. Fahrgäste aus dem Neckartal können mit einer tangentialen S-Bahn-Verbindung in die Raumschaft Böblingen gelangen, ohne den Umweg über Stuttgart. Allerdings würde diese Strecke so wie sie jetzt geplant ist in Nürtingen beginnen und keine verkehrlichen Verbesserungen für Wendlingen mit sich bringen. Um die Verkehrssituation in Wendlingen zu verbessern muss der Startpunkt der Verbindung Wendlingen sein. Andreas Schwarz rät dazu, alle möglichen Varianten weiter zu entwickeln und bei der Finanzierung des S-Bahn-Ringschlusses eine Finanzierung über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz zu prüfen.

Lesen Sie hierzu in der Nürtinger Zeitung vom 11.5.2017