Firmenbesuch bei Firma Lehner GmbH Sensor-Systeme

Andreas Schwarz und Landwirtschaftsminister Peter Hauk
Andreas Schwarz informiert sich zusammen mit Landwirtschaftsminister Peter Hauk bei Lehner Sensor Systeme in Kirchheim unter Teck, über den Einsatz von Sensoren beim Pflanzenbau. Von links Dr. Lars Lehner, Andreas Schwarz, Minister Peter Hauk, Karl Zimmermann, Dr. Michael Ernst (Leiter der Staatsschule für Gartenbau) und Rolf-Peter Lehner.

Die Firma Lehner GmbH Sensor-Systeme in Kirchheim unter Teck hat ein neuartiges System zur Überwachung von Pflanzen mit Sensoren, das sogenannte E-Plant, entwickelt. Diesen innovativen heimischen Mittelständler besuchte auf Einladung des Kirchheimer Abgeordneten Andreas Schwarz (Grüne) Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) am 2.Dezember 2016. Mit Hilfe der von Lehner entwickelten und an der Pflanze angebrachten Sensoren können Wassermangel oder Schädlingsbefall frühzeitig an der Pflanze erkannt und über ein bestimmtes  Signalmuster (Elektrophysiogramm) gemeldet werden.

Dr. Lars Lehner (li.) von der Firma Lehner Sensor Systeme in Kirchheim unter Teck erklärt Landwirtschaftsminister Peter Hauk (2.v.li.) und Andreas Schwarz den Einsatz von Sensoren an einer Tomatenpflanze.
Dr. Lars Lehner (li.) von der Firma Lehner Sensor Systeme in Kirchheim unter Teck erklärt Landwirtschaftsminister Peter Hauk (2.v.li.) und Andreas Schwarz den Einsatz von Sensoren an einer Tomatenpflanze.

„Die Digitalisierung macht auch vor Landwirtschaft und Gartenbau nicht mehr Halt – Sensoren und die Cloud werden langfristig auch in diesem Bereich Einzug halten und eine immer größere Rolle spielen“, stellte Minister Hauk fest.

Pflanzen sind wie alle Lebewesen permanenten Umwelteinflüssen ausgesetzt und leiden beispielsweise unter zu wenig Wasser oder Nährstoffen. Sie müssen Schädlingen trotzen und reagieren auf Licht und Temperatureinflüsse. Bisher können Störungen des Pflanzenwachstums erst wahrgenommen werden,  wenn sie die Blätter hängen lassen oder deutliche Spuren von Schädlingsbefall sichtbar werden. Oft kommen daher Pflanzenschutzmittel vorsorglich zum Einsatz oder die Kulturen werden gewässert unabhängig vom tatsächlichen Bedarf der Pflanze. Den tatsächlichen Zustand und Bedarf von Pflanzen frühzeitig einzuschätzen, könnte also viel Wasser und Pflanzenschutzmittel einsparen helfen und damit auch die Nahrungsversorgung verbessern. Über die Signale des von Lehner entwickelten Sensors, der direkt an der Sprossachse oder den Blättern der Pflanze angebracht wird, zeichnet der Computer die Signalmuster auf.

Prototyp eines Sensor
Prototyp eines Sensor

Fraßschäden, Pilzbefall, Wasserstress oder Nährstoffmangel führen zu einer signifikanten elektrischen Potenzialänderung.  Jedes elektrische Signalmuster, das vom Elektrophysiogramm einer intakten Pflanze abweicht, enthält somit Informationen über einwirkenden Stressfaktoren. Ob Zimmerpflanze, Tomate oder Wein – der Zustand der Pflanze kann damit jederzeit eingeschätzt werden. So können rechtzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden, bevor sichtbare Schäden an der Pflanze entstehen. Die Ergebnisse könnten sogar als „App“ an ein Mobiltelefon verschickt werden.

Elektrophysiogramm einer Tomate
Elektrophysiogramm einer Tomate

Das System für Aufzeichnung und Auswertung des Elektrophysiogramms soll nun von der Prototypanwendung zur Marktreife gebracht werden. Um dies zu erreichen, muss zunächst eine entsprechende Datenbank aufgebaut werden. Dafür arbeitet die Firma Lehner mit der Staatsschule für Gartenbau in Stuttgart-Hohenheim zusammen. Das E-Plant-Verfahren soll dort an ausgewählten Nutz- und Zierpflanzen angewendet und damit eine E-Plant-Datenbank erstellt werden. „Die Digitalisierung ist einer der Schwerpunkte der Grün-Schwarzen Landesregierung“, betonte der Fraktionsvorsitzende der Landesgrünen Andreas Schwarz, „dafür sind 100 Mio. Euro im Haushalt veranschlagt“. Die Chancen für eine Förderung der „Digitalisierung im Pflanzenanbau“ ständen nicht schlecht.

 

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