Sommertour mit Dr. Andre Baumann

Auf der Weide am Sulzburghof am 27.8.2020 v. li. Staatssekretär Dr. Andre Baumann Beauftragter des Landes Baden-Württemberg beim Bund, Andreas Schwarz MdL und Michael Kuch Geschäftsführer des Sulzburghof // © Carmen Tittel

Es ist schon Tradition, dass Andreas Schwarz jeden Sommer eine Tour durch seinen Wahlkreis unternimmt, mit Bürgermeistern spricht und die Bürgerinnen und Bürger zu einer Diskussion einlädt. Dieses Jahr führte seine Tour zusammen mit Staatssekretär Dr. Andre Baumann, dem Bevollmächtigten von Baden-Württemberg beim Bund, bis an den Albtrauf ins Lenninger Tal.

TTS Tooltechnik Systems AG & Co.KG ist mit seinen innovativen Produkten und Elektrowerkzeugen enger Partner des Handwerks und war die erste Station der Sommerreise. Dabei waren die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise auf die mittelständischen Unternehmen ebenso Thema wie die wirtschaftlichen und technologischen Herausforderungen durch den Strukturwandel und die Digitalisierung.

Betriebsbesuch bei TTS Tooltechnik Systems AG & Co.KG in Wendlingen am 27.8.2020 v. li. Andreas Schwarz MdL, Wendlingens Bürgermeister Steffen Weigel, Staatssekretär Dr. Andre Baumann Bevollmächtigter des Landes Baden-Württemberg beim Bund, Barbara Austel, Gesellschafterin und Dr. Christian Rolfs Vorstandvorsitzender der TTS Tolltechnikc // © Andreas Schwarz

Nach einem Redaktionsgespräch mit der Wendlinger Zeitung stand die Firma Schrott- und Metallhandel Kaatsch GmbH in Plochingen auf dem Programm. Zusammen mit Bürgermeister Frank Buß und dem Direktor des Plochinger Hafens, Gerhard Straub, haben die Grünen Landespolitiker mit der Geschäftsleitung des Vorzeige-Recycling-Unternehmen gesprochen. Angesichts des enormen Stahl- und Ressourcenverbrauchs kommt dem Recycling eine Schlüsselrolle zu. Jeder Bundesbürger verbraucht rund 500 Kilogramm Stahl pro Jahr. Die begrenzten Erzvorkommen und die Notwendigkeit für mehr Klimaschutz erfordern eine deutlich höhere Recyclingquote, denn alter Stahlschrott kann in Stahlwerken ohne Qualitätsverlust eingeschmolzen und wiederverwertet werden. Eine Tonne recycelter Stahl erspart der Umwelt vier Tonnen CO2. Noch ist der Recycling-Stahl teurer als billiger Import aus Asien. Mit einem „Schrottbonus“ könnte der Einsatz von recyceltem Stahl, für die Automobilindustrie als Hauptabnehmer, attraktiver werden. Andreas Schwarz wird eine Landesinitiative für ein verbessertes Stahlrecycling starten. Analog zum neuen Landesabfallgesetz soll eine feste Quote für Recyclingmaterial und ein einheitliches Zertifizierungssystem erreicht werden.

Schrottplatz der Firma Kaatsch in Plochingen // © Carmen Tittel

Ein Beitrag zu mehr Umweltschutz wäre auch der Ausbau der Neckarschleusen für 135 m-Schiffe. Damit könnte der Güterumschlag auf der umweltfreundlichen Wasserstraße um bis zu 300 Prozent gesteigert werden. Ein 135 m-Schiff kann 130 Lkw ersetzen – bei den bisher auf dem Neckar verkehrenden 105 m-Schiffen sind es nur 90 Lastwagen. Zu viele Verantwortliche haben bisher nicht verstanden, welches Potential in der Binnenschifffahrt schlummert. Deshalb plant Andreas Schwarz einen Runden Tisch aus Mitgliedern des Verkehrsministerium Baden-Württemberg und den zuständigen Regierungspräsidien, um dem wirtschaftlichen und klimafreundlichen Potential in der Binnenschifffahrt auf dem Neckar von Heilbronn bis Plochingen mehr Nachdruck zu verleihen.

Nach dem Gespräch mit der „Initiative Moorradlärm “ LEISER am 27.8.2020 im Feuerwehrhaus in Unterlenningen v. li. Andreas Schwarz, Bürgermeister Daniel Gluiber Beuren, Bürgermeisterin Verena Grötzinger Owen, Bürgermeister Marcel Musolf Bissingen, Staatssekretär Dr. Andre Baumann Bevollmächtigter des Landes Baden-Württemberg beim Bund, Bürgermeister Michael Schlecht Lenningen und Martin Dietrich stellv. Bürgermeister Erkenbrechtsweiler // © Carmen Tittel

Um mehr Schutz vor Verkehrslärm ging es beim nachfolgenden Fachgespräch mit der „Initiative Motorradlärm – LEISER“. Vor allem die Anwohner auf den Albsteigen sind an schönen Wochenenden in den Sommermonaten lärmgeplagt. Rücksichtslose Motorrad- und Autofahrer, die ihren Spaß am Sound ihrer Maschinen auf Kosten von anderen ausleben, belasten alle anderen. Die Bürgermeister der Kommunen am Albtrauf stellten im Gespräch klar, dass es ihnen nicht darum geht, das Motorradfahren zu verbieten, sondern sie wollen mit ihrer Initiative die uneinsichtigen Raser für die Nöte der Anwohner sensibilisieren. Am Pranger stehen nicht jene Motorradfahrer, die sich vernünftig verhalten. „Es sind die früh- oder spätpubertierenden Sportwagen und Motorradfahrer mit ihren getunten Motoren die die Anwohner nerven“, brachte es Lenningens Bürgermeister Michael Schlecht auf den Punkt. Eine Bundesratsinitiative zur wirksamen Minderung und Kontrolle von Motorradlärm wurde im Bundesrat einstimmig auf den Weg gebracht. Nun ist der Bund am Zug. Andre Baumann versprach, auf den Bundesverkehrsminister zuzugehen und Lösungen für die lärmgeplagten Kommunen einzufordern.

Andreas Schwarz und Dr. Andre Baumann (li.) im Blumenlabyrinth auf dem Sulzburghof © Carmen Tittel

Bei einem Rundgang über den Sulzburghof in Unterlenningen lobte der Staatssekretär das bienenfreundliche und begehbare Blumenlabyrinth. Der neue Kuhstall mit ganzjährigem Auslauf für die Milchkühe und vollautomatischer Melkstation zeigte, dass Tierwohl in der Nutztierhaltung auch auf einem konventionellen Hof wirtschaftlich betrieben werden kann. Die Milchkühe auf dem Sulzburghof bewegen sich frei nach eigenem Gusto im Stall und auf der Weide. Sie entscheiden sogar selbst, wann sie selbständig die Roboterstation aufsuchen und sich melken lassen. Ein gelungenes Beispiel von Smart Farming in der Nutztierhaltung.

© Carmen Tittel

Den Abschluss der Sommertour bildete der KLIMA-TALK. Unter der Überschrift „Heiß, Trocken & Unberechenbar“ beteiligten sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger im vollbesetzten Saal des Sulzburghofes an der engagierten Diskussion. Alle waren sich einig, dass es eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, den Klimawandel zu begrenzen und Einsparziele bei den Treibhausgasen – auf allen Ebenen – zu erreichen. Das Land geht mit seinem Energie- und Klimaschutzkonzept (IEKK) voran. Das IEKK umfasst die Handlungsbereiche Strom, Wärme, Verkehr, Landwirtschaft und Industrie. Es enthält konkrete Strategien und Maßnahmen wie die Klimaschutzziele erreicht werden sollen und bildet die konzeptionelle Grundlage für die Einhaltung der Klimaschutzziele des Landes. Bis in zehn Jahren sollen die Treibhausgasemissionen um mindestens 42 Prozent unter das Niveau von 1990 sinken. Baden-Württemberg geht mit gutem Beispiel voran, in eine neue, moderne Zukunft. „Wir bekommen das hin“, da waren sich Dr. Andre Baumann und Andreas Schwarz einig.

Lesen Sie den Beitrag in der Wendlinger Zeitung
und dem Bericht im Teckboten

Bildquelle(n):

  • TTS Tooltechnik Systems AG & Co.KG: © Andreas Schwarz
  • Firma Kaatsch in Plochingen: © Carmen Tittel
  • „Initiative Motorradlärm“ LEISER: © Carmen Tittel
  • Blumenlabyrinth: © Carmen Tittel
  • Kuhstall: © Carmen Tittel
  • Sulzburghof Unterlenningen: © Carmen Tittel

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