Aus guten Gründen liegt die Kultushoheit bei den Ländern

© Fabio Schneck

Wie wir Bildung gestalten, betrifft fast alle Menschen hier in Baden-Württemberg. Die einen direkt, als Kinder und Jugendliche. Die zweiten, weil sie Eltern oder Großeltern sind. Und die dritten als Lehrerinnen und Lehrer. Bildung ist sehr nah an den Menschen und daher ist es richtig, dass die Länder dafür verantwortlich sind.

Eine gute Bildung ist die wichtigste Ressource für die Zukunft unseres Landes. Deshalb haben wir im grün-schwarzen Koalitionsvertrag festgehalten, dass jeder junge Mensch den für ihn besten Bildungsabschluss erreichen können soll. Dazu braucht es ein leistungsfähiges und gerechtes Bildungssystem. Im Mittelpunkt steht die pädagogische Qualität. Dafür brauchen unsere Schulen das richtige Maß aus Freiräumen und Steuerung. Denn es geht darum, hinzuschauen statt wegzuschauen. Bei den Starken genauso wie bei den Schwachen.

Ein gutes Beispiel für hervorragende Qualität ist die Gemeinschaftsschule. Die ersten Abschlussjahrgänge haben großen Erfolg. Auch der Schulpreis für die Gemeinschaftsschule Wutöschingen zeigt: mit dieser neuen Schulform haben wir Baden-Württemberg nach vorne gebracht. Und mehr noch als anderswo gilt: die Gemeinden, die sich auf diesen Weg gemacht haben, brauchen Planungssicherheit und Verlässlichkeit. Die Schulen müssen wissen, dass sie sich weiterentwickeln können, auch hin zur Oberstufe.

Schulen brauchen Freiräume. Deswegen haben wir die Poolstunden bei den Realschulen erhöht und Gymnasien und Grundschulen zusätzliche Stunden gegeben. Wir erproben neue Wege der Ressourcensteuerung und wir stärken die Schulleitungen. Wir wollen Schulleiterinnen und Schulleiter von Verwaltungsaufgaben entlasten und dieses wichtige Amt attraktiver machen. Denn gute Rektorinnen und Rektoren sind entscheidend für den Erfolg und die Qualität einer Schule.

Lehrerinnen und Lehrer brauchen Freiräume. Studien zeigen: wenn die Rahmenbedingungen stimmen, wenn die Möglichkeit da ist, auf Einzelne einzugehen, wenn Lehrkräfte von dem, was sie tun, überzeugt sind und sich mit ihrer ganzen Person einbringen – dann ist Unterricht erfolgreich. Freiräume nutzen allerdings nichts, wenn die Mittel fehlen. Insgesamt geben wir daher jeden fünften Euro aus dem Landesetat in die Bildung.

Ein wichtiges Kriterium ist die wissenschaftliche Bewertung und Überprüfung aller bildungs­politischer Maßnahmen. Insbesondere die Errichtung eines systematischen Bildungsmonitorings ist ein Meilenstein. Damit wurde ein zentrales Element für eine wissenschaftsgeleitete Bildungspolitik geschaffen, die begrenzte Mittel effizient einsetzt – und zwar so, dass jede Schülerin und jeder Schüler bestmöglich gefördert wird.

Ganz am Anfang steht frühkindliche Bildung und Betreuung. Denn Bildung ist mehr als Schulpolitik. Je früher Kinder Kindertageseinrichtungen besuchen, desto besser sind ihre Bildungschancen. Deswegen haben wir bereits eine Milliarde Euro zusätzlich in die Bildung investiert. Das zeigt die Bedeutung, die die grüne Landtagsfraktion diesem Thema beimisst.

Mit dem Pakt für gute Bildung und Betreuung gehen wir gemeinsam mit den Kommunen und Trägern einen großen Schritt voran, um die Qualität der frühkindlichen Bildung zu verbessern. 80 Millionen Euro stehen für die Fachkräfteoffensive, für die Stärkung der Sprachförderung und die Inklusion zur Verfügung.

Mit der Neuaufstellung der Schulverwaltung wurde eine neue Struktur mit dem Institut für Bildungsanalysen und dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung auf den Weg gebracht. Die Institute müssen nun ihre Arbeit aufnehmen, damit wir die Qualität der Bildung weiter voranbringen.

Weitere bildungspolitische Ziele sind die Fortführung der regionalen Schulentwicklung und die Umsetzung des Digitalpakts. Digitale Bildung und Informatik sind wichtige Zukunftsthemen. Auch Ethik, Islamunterricht und die Umsetzung des neuen Bildungsplans stehen auf der Agenda.

Bildquelle(n):

  • Plenarrede: © Fabio Schneck

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