Mit der S-Bahn von Kirchheim unter Teck zum Flughafen

S-Bahn-Verlängerung

Ziel ist es, den Raum Wendlingen am Neckar bzw. Kirchheim unter Teck besser mit einer Schienenverbindung zum Flughafen an den Raum Flughafen/Fildern, Stuttgart-Vaihingen und Böblingen anzubinden.

Mit einer Tangential-S-Bahn-Linie von Kirchheim unter Teck über den Flughafen nach Böblingen wird eine Bedienungslücke im öffentlichen Nahverkehr geschlossen. Damit können die einwohnerstarken Räume im östlichen Landkreis Esslingen – insbesondere Wernau, Wendlingen am Neckar, Kirchheim unter Teck, Weilheim an der Teck und Lenningen – mit den Arbeitsplatzorten rund um die Fildern, Stuttgart-Vaihingen und Böblingen verknüpft werden.

Quelle: © Verkehrsministerium BW

Aus dem Raum Kirchheim unter Teck, Wendlingen am Neckar, Wernau, Plochingen, Weilheim an der Teck sowie Lenningen kann mit einer Nachfrage von rd. 5.100 Fahrgästen/Tag gerechnet werden. Die große Wendlinger Kurve eröffnet einen Weg für die kreuzungsfreie Ausschleifung der S-Bahn. Damit könnte eine Tangentialverbindung der S-Bahn von den Fildern ins Neckartal geschaffen werden.

Bereits heute müssen daher in der Ausführungsplanung der großen Wendlinger Kurve planerische Vorbereitungen getroffen werden, um eine kreuzungsfreie Einbindung der S-Bahn in die Neubaustrecke (NBS) realisieren zu können.

Eine Tangential-S-Bahn-Linie entlastet die Stammstrecke der S1 ebenso wie die durch den Individualverkehr stark belasteten Straßen (z.B. B 10, B 313, A 8), da von einem hohen Umsteigepotential ausgegangen werden kann.

Tangential-S-Bahn-Linien entlasten den Bahnknoten Stuttgart und sind eine Maßnahme zur Luftreinhaltung. Die Bedienungslücke im Nahverkehrsplan von Kirchheim unter Teck auf die Fildern wird aktuell mit der RELEX-Expressbuslinie X10 geschlossen. Die Option über die Neubaustrecke erscheint als wirtschaftlich günstigste Variante. Nach bisheriger Einschätzung ist ein Mischverkehr (Fernverkehr: ICEs/ICs und Nahverkehr S-Bahn/ihres, Res auf der NBS) möglich. In einer im Auftrag des Verkehrsministeriums erstellten Machbarkeitsuntersuchung vom März 2018 erscheint eine höhenfreie Einbindung in beide Richtungsgleise der Neubaustrecke möglich.

Am 11. Juli 2018 hat sich die Koalition im Zuge der Debatte zur Luftreinhaltung darauf verständigt, eine Maßnahme- und Umsetzungskonzeption der mittel- und langfristig wirkenden Infrastrukturmaßnahmen zur Fortschreibung des Luftreinhalteplans im Ministerrat vorzulegen. Diese enthält auch die Netzergänzungen im Schienennetz zum Ausbau der S-Bahn in der Region Stuttgart, insbesondere Tangential-S-Bahn-Linien.

S-Bahn-Verlängerung
Pressegespräch am 6.9.2018 zur S-Bahn-Verlängerung von den Fildern ins Neckartal. Von links Bürgermeister Steffen Weigel, Andreas Schwarz MdL, Landrat Heinz Eininger // © Andreas Schwarz

Die Verlängerung der S-Bahn von Böblingen/Flughafen oder von Neuhausen auf den Fildern in die Raumschaft Kirchheim unter Teck ist mit unterschiedlichen Trassenvarianten grundsätzlich möglich. Bei einer S-Bahn-Verbindung von Böblingen über das sog. „3. Gleis“ am Flughafen über die große Wendlinger Kurve nach Kirchheim unter Teck (Trassenvariante S 7) ergeben sich erforderliche Investitionskosten von rd. 500 Mio. Euro. Eine Voraussetzung für die Verwirklichung ist, dass die Neubaustrecke Wendlingen – Ulm inkl. der Wendlinger Kurve fertiggestellt sind.

Um die große Wendlinger Kurve für die S-Bahn im 30-Minuten-Takt nutzbar zu machen müssen die betriebliche Machbarkeit sowie die verkehrliche Koordinierung mit den regionalen und überregionalen Verkehren (ICE, IC, IRE, RE) auf der Neubaustrecke untersucht werden. Die Voraussetzungen für die Planung und den Bau der großen Wendlinger Kurve sind inzwischen in die Wege geleitet.

Nunmehr muss die Chance genutzt werden, die die große Wendlinger Kurve für die Netzergänzungen im Schienennetz zum Ausbau der S-Bahn in der Region Stuttgart, insbesondere Tangential-S-Bahn-Linien, bietet. Die derzeitigen Überlegungen für eine S-Bahn-Verbindung von Böblingen über das sog. „3. Gleis“ am Flughafen über die große Wendlinger Kurve nach Kirchheim unter Teck muss weiterentwickelt werden.

In die weiteren Schritte für den Bau der großen Wendlinger Kurve sind in jedem Fall die Vorsorgemaßnahmen für eine kreuzungsfreie Ein- und Ausschleifung von und nach Nordosten Richtung Wendlingen – Speckweg und Kirchheim – Ötlingen einzuplanen. Diese Variante hat ebenso den Vorteil, dass dadurch langfristig eine Südumfahrung von Wendlingen am Neckar möglich wäre.

Die Finanzierung der großen Wendlinger Kurve muss geklärt werden. Eine Beteiligung des Bundes analog der GVFG-Finanzierung (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) wurde in Aussicht gestellt. Die Höhe der Beteiligungen zwischen Bund, Land und Region müssen noch geklärt werden.

Mit der großen Wendlinger Kurve (zweigleisiger Ausbau der Wendlinger Kurve und deren kreuzungsfreie Einbindung in die Neubaustrecke Stuttgart – Ulm) ergibt sich die Chance für eine S-Bahn-Verlängerung von den Fildern nach Kirchheim unter Teck über die Neubaustrecke. Diese Chance wollen wir nutzen.

 

 

 

Bildquelle(n):

  • Wendlinger Kurve Südumfahrung: © DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH
  • Pressegespräch zur S-Bahn-Verlängerung: © Andreas Schwarz
  • Pressegespräch zur S-Bahn-Verlängerung: © Andreas Schwarz

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