Die Zukunft der Landwirtschaft ist grün

Andreas Schwarz am 14.1.2020 im Kuhstall der Hofgemeinschaft Eselsburg in Herbrechtingen. Hier wird beispielhaft nachhaltige Landwirtschaft umgesetzt // © Cornelia Bethge

Das Interesse an Biolebensmitteln, die in möglichst regionalen Wirtschaftskreisläufen produziert werden, steigt kontinuierlich: 67 Prozent der Bürgerinnen und Bürger im Ländle greifen heute regelmäßig auf Bioprodukte zurück. Doch was bedeutet eigentlich Bio? Ein gemeinsamer Besuch am 14.1.2020 von Bioland Geschäftsführer Dr. Christian Eichert mit Andreas Schwarz MdL, Johanna Böll, Regionalmanagerin der Bio-Musterregion Heidenheim und Daniel Vogt, Bürgermeister der Stadt Herbrechtingen verdeutlichte den Teilnehmern, wie vielfältig der ökologische Landbau ist und wie er funktioniert.

Betriebsleiter Hans Bosch führte die Teilnehmer über den Hof, der bereits seit 1987 nach Bioland Richtlinien bewirtschaftet wird. Für die Hofgemeinschaft Eselsburg bedeutet das, dass die Felder nur mit eigenem Biogas-Substrat und Mist gedüngt und weder chemische Pflanzenschutzmittel noch Insektizide einsetzt werden.  Die Tiere bekommen nur Futter, das auf dem Hof produziert wird – das Wirtschaften im geschlossenen Kreislauf ist dabei das Grundprinzip der täglichen Arbeit, durch die aktiv Umwelt- und Ressourcenschutz betrieben wird.

Mit den natürlichen Ressourcen schonend umzugehen, sie nachhaltig zu nutzen und nicht mit Schadstoffen zu belasten, sind zentrale Ziele von Bioland. Die Bioland Hofgemeinschaft Eselsburg zeigt eindrücklich, wie diese Ziele erreicht werden können.

Der nachhaltigen Landwirtschaft gehört die Zukunft. Die Grünen zeigen sich zuversichtlich, dass das Ziel, 40 Prozent Ökolandbau in Baden-Württemberg bis 2030, erreichen werden kann.

Dabei kommt die Hofgemeinschaft als Bioland-Direktvermarkter mit eigenem Hofladen einem weiteren, wachsenden Bedürfnis nach: Durch kurze Lieferwege, dem Wissen um die Herkunft der Lebensmittel und die Förderung der lokalen Wirtschaft, bietet die Hofgemeinschaft ihren Kunden nicht nur gute Lebensmittel, sondern auch ein gutes Gefühl: Sie können aktiv dazu beitragen, für eine enkelgerechte Landwirtschaft der Zukunft Sorge zu tragen.

Der Neubau des Hofladens, der im November 2019 eröffnet wurde, steht dabei in seiner Bauweise sinnbildlich auch dafür, wie die Hofgemeinschaft wirtschaftet: Nachhaltig, ressourcenschonend und regional. Fast 70% Prozent der Baustoffe wurden aus nächster Nähe bezogen und beim Neubau auf den natürlichen Rohstoff Stroh gesetzt.

Der Hofladen gibt Menschen bei ihrem Einkauf einen Erfahrungsraum, in welchem sie wieder in Kontakt zur Landwirtschaft kommen können – Sie erleben eine Landwirtschaft zum Anfassen und verstehen, wie wichtig es ist, dass alle gemeinsam ihren Beitrag dazu leisten, die Wertschöpfung und nachhaltige Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung in der Region zu stärken.

Projekte wie der Hofladen sind ein Gewinn für die Natur, für den Ländlichen Raum und für die Verbraucherinnen und Verbraucher, die gesunde hochwertige Produkte in räumlicher Nähe beziehen können. Die grün-geführte Landesregierung unterstützt den Ökolandbau seit Jahren konsequent. Für die Weiterentwicklung stellt die Landesregierung im kommenden Doppelhaushalt 2020/21 zum Beispiel zusätzlich neun Millionen Euro für den Aktionsplan Bio aus Baden-Württemberg 2.0 zur Verfügung. Die Mittel für das Förderprogramm FAKT werden um 24 Millionen Euro erhöht und inzwischen neun Bio-Musterregionen, mit Projektmitteln in Höhe von zusätzlich 500 000 Euro jährlich ausgestattet.

Neben dem wachsenden Interesse der Bevölkerung an aktivem Ressourcenschutz, ging Eichert vor Ort auch auf das Bekenntnis der Landesregierung zu mehr Biolandbau und weniger chemisch-synthetischem Pflanzenschutz ein. Mitte Dezember hatte die Landesregierung Naturschutz-, Ökolandbau- und Bauernverbänden ihren Gesetzesentwurf zum Eckpunktepapier „Rettet die Bienen“ vorgestellt. Der Gesetzentwurf schreibt neben der deutlichen Ausweitung des Anteils der ökologischen Landwirtschaft auf 30 bis 40 Prozent bis zum Jahr 2030 auch die Reduktion des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln um bis zur Hälfte der derzeit eingesetzten Mittel in der Menge vor.

Seit Monaten hat der Bioland Landesverband sich für einen realistischen und für den ökologischen Landbau fachlich gangbaren Alternativweg stark gemacht und stand dabei nicht zuletzt im intensiven Dialog mit der Landesregierung und den Vertretern der Grünen Partei. Gemeinsam mit der Politik wurde ein praktischer, an der Realität ausgerichtet Weg gefunden, der viele Interessen vereint. Dabei sichert die Landesregierung zusätzlich 62 Millionen Euro für Biodiversität und den Ökolandbau zu: Ein echter Grund zur Freude für all diejenigen, denen unser Blauer Planet am Herzen liegt.

Zum Hintergrund
Informationen zur Bioland BioTal Hofgemeinschaft Eselburg in Herbrechtingen finden Sie hier
Die Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau zum Gesetzentwurf der Landesregierung anlässlich des Volksbegehren Artenschutz finden Sie hier

Zum Bioland-Verband
Bioland ist der bedeutendste Verband für ökologischen Landbau in Deutschland. Über 7.800 Landwirte, Gärtner, Imker und Winzer wirtschaften nach den Bioland-Richtlinien – knapp 1.800 davon alleine in Baden-Württemberg. Hinzu kommen mehr als 1.000 Partner aus Herstellung und Handel wie Bäckereien, Molkereien, Metzgereien und Gastronomie – mehr als jeder dritte dieser Partner hat seinen Sitz „im Ländle“. Gemeinsam bilden sie eine Wertegemeinschaft zum Wohl von Mensch und Umwelt. Ein Besuch der Bioland BioTal Hofgemeinschaft Eselsburg in Herbrechtingen 

Bildquelle(n):

  • Die Zukunft der Landwirtschaft ist grün: © Cornelia Bethge

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