Austausch mit Biotechnologie-Unternehmen CureVac

© Fabio Schneck

Es ging um mehr als die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus: Der Kirchheimer Abgeordnete und Grünen Fraktionschef Andreas Schwarz hat sich am Dienstag (27.10.2020) zusammen mit der Esslinger Abgeordneten Andrea Lindlohr mit Vertretern der Firmenführung von CureVac über Chancen und Entwicklungen in der Biotechnologie-Branche ausgetauscht.

Dabei zeigte sich Andreas Schwarz beeindruckt von dem „Pioniergeist und der Zielstrebigkeit“, die das Tübinger Unternehmen „in kurzer Zeit an die Spitze einer Schlüsselindustrie katapultierte“. Die Grünen wollen die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ausbauen.

Andreas Schwarz sieht in der Gesundheitsbranche ein riesiges Potenzial. Bei der Transformation der heimischen Wirtschaft setzt sich die führende Regierungsfraktion deshalb für den Ausbau des Gesundheitsstandorts ein. Die Gesundheitswirtschaft ist ein attraktiver Wachstumsmarkt: ob Medizintechnik, Ausrüstung, neue Medikamente, Kampf gegen globale Erreger oder Einsatz künstlicher Intelligenz. Hier kann und muss Baden-Württemberg Spitzenreiter werden und die Corona-Krise wirkt hier als Innovationstreiber.

Dr. Florian von der Mülbe, Mitgründer und Produktionsvorstand von CureVac, erläutert, dass die Heimat von CureVac in Baden-Württemberg ist, auch wenn das Unternehmen global agiert und mit Mitarbeitenden aus rund 40 Nationen sehr international aufgestellt ist. 20 Jahre nach der Gründung ist CureVac nach wie vor stark in der Region vernetzt, das medizinische und biotechnologische Know-how in und rund um Tübingen hat stets wesentlich zur Entwicklung von CureVac beigetragen. Der Standort ist für von großer Bedeutung, denn eine Idee, eine Innovation, braucht immer auch eine geeignete Infrastruktur; und diese findet das Unternehmen in Tübingen.

Die Politik hat die wichtige Aufgabe, wirtschaftliche Potenziale im Wissenschaftsbereich zu heben und erfolgsversprechende Unternehmen über die frühe Forschungsphase hinaus zu unterstützen. Der Weg von CureVac zeigt: Es lohne sich, wenn Grundlagenforschung zur Anwendung komme.

Auf der Impfstoff-Forschung liegen große Hoffnungen. Das Unternehmen CureVac zählt zu den weltweit aussichtsreichsten Kandidaten bei der Entwicklung eines Coronavirus-Impfstoffs. Im Januar 2020 hat die biopharmazeutische Firma damit begonnen, einen mRNA-basierten Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus zu entwickeln. Ziel ist die körpereigene Produktion eines Virus-Proteins, das eine Reaktion des Immunsystems auslöst und so Abwehrmechanismen gegen das Coronavirus bildet. Die Ergebnisse der klinischen Phase 1 zur Testung des Impfstoffkandidaten CVnCoV erwartet CureVac in Kürze. Ende September wurde bereits eine zweite klinische Studie mit mehreren hundert Teilnehmern begonnen. Mit ersten Daten aus dieser Phase 2 rechnet das Unternehmen noch bis Ende dieses Jahres. Parallel werden Produktionskapazitäten zur Herstellung eines potenziellen Impfstoffes am Standort Tübingen und mit Partnern aufgebaut.

Als Fazit kann festgehalten werden: Baden-Württemberg ist ein Nährboden für wissenschaftliche Exzellenz. Die Kooperationen zwischen Universitäten, Hochschulen, Forscherinnen und Forschern sowie Wirtschaft und Industrie gilt es daher weiter zu vernetzen und auszubauen. Letztendlich würden davon die Bürgerinnen und Bürger mit einem starken Gesundheitssystem profitieren.

Bildquelle(n):

  • Andi-20: © Fabio Schneck

Nachrichtenarchiv