Die Förderung der Artenvielfalt und der Erhalt unserer vielfältigen Kulturlandschaften sind wichtiges Ziel Grüner Landespolitik!

Erhalten, was uns erhält Andreas Schwarz Dr. Andre Baummann
Podiumsdiskussion am 20.8.2019 mit den Teilnehmenden v.li.n.re Andreas Schwarz MdL, Uwe Hiller, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes im Landkreis Esslingen, Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) und Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baummann // © Fabio Schneck

Die Bewahrung unserer natürlichen Lebensgrundlagen sowie der Schutz der biologischen Vielfalt sind Themen, die inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Das zeigt auch das Interesse an der Podiumsdiskussion, zu der Andreas Schwarz, der Kirchheimer Abgeordnete und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag zusammen mit Dr. Andre Baumann, Staatssekretär für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg am Dienstag vergangener Woche eingeladen hatten.

Trotz des Regenwetters gab es kurz vor Beginn keinen freien Stuhl mehr. „Erhalten, was uns erhält!“, eine Aufgabe die die Menschen bewegt, die sich aktiv an dem Austausch mit den Landespolitikern und Vertretern von Naturschutzverbänden beteiligten. „Der Erhalt der biologischen Vielfalt, ein wirksamer Klimaschutz, eine nachhaltige Mobilitätswende oder die Förderung einer naturnahen und ökologischen Landwirtschaft sind seit jeher die DNA Grüner Politik“, eröffnet der Kircheimer Abgeordnete die Podiumsdiskussion. „Diese Zukunftsthemen entscheiden darüber, ob unsere Enkel noch eine lebenswerte Umwelt wie wir sie kennen vorfinden werden“.

Im Spannungsfeld zwischen Landnutzung und Naturschutz spiele die Naturschutzstrategie des Landes eine tragende Rolle“, sagte Dr. Andre Baumann. „Wir schaffen den Erhalt und die Stärkung der biologischen Vielfalt nur gemeinsam mit den Landwirten und der Bürgerschaft und nicht gegen sie“, brach der Umweltstaatssekretär eine Lanze für die zurzeit arg gescholtenen Bauern im Land. „Ohne Insekten keine Vögel und keine Bestäubung, ohne Bestäubung kein Obst. Aber ohne die Weidehaltung auch keine Wachholderheiden auf der Schwäbischen Alb“, so Baumann. Baden-Württemberg habe das modernste Naturschutzgesetz in Deutschland und trotzdem ein großes Insektensterben – sogar in den Naturschutzgebieten sei die Insektenbiomasse um bis zu 80 Prozent zurückgegangen. Dafür gebe es viele Ursachen wie die Lichtverschmutzung, die Siedlungsflächenerweiterung und der zu hohe Pestizideintrag. „Wir werden mit unserem Sonderprogramm Biodiversität die biologische Vielfalt stärken“.

Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) gab zu Bedenken, dass bei allen Infrastrukturmaßnahmen die Naturschutzrichtlinien eingehalten werden müssen. „Der Naturschutz wird zu Unrecht von vielen als Hindernis wahrgenommen, wenn es etwa darum geht, neue Wohnbauflächen auszuweisen“ sage Pilarsky-Grosch, „Natur- und Umweltschutz dürfen nicht gegen soziale Maßnahmen ausgespielt werden“. Es gehe nicht nur um Artenschutz, es gehe um Menschenschutz und damit um unsere Existenz.

Uwe Hiller, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbandes im Landkreis Esslingen ist für die Verwirklichung der Landschaftspflegerichtlinien zuständig. Gemeinsam mit den Landwirten und den Umweltverbänden werden Maßnahmen für wirkungsvollen Artenschutz in den Flächen umgesetzt. „Der Naturschutz ist bedauerlicherweise abhängig von finanziellen Mitteln, die zwar im Sonderprogramm Biodiversität im Rahmen von 30 Millionen Euro zur Verfügung stehen“, so Hiller. Allerdings plädiert der Landschaftspfleger für eine dauerhafte finanzielle Absicherung des Landschaftserhalts, um die Abhängigkeit von der jeweiligen Haushaltslage zu beenden.

Die vielen Beiträge aus dem Publikum sorgten für eine lebendige Diskussion. Ob Flächenverbrauch, das Volksbegehren „Rettet die Biene“, Steingärten anstelle von Blumenoasen oder die Zulassung von großen Industriegebieten. Die beiden Politiker nahmen die Bedenken auf und versprachen diese bei zukünftigen Entscheidungen zu berücksichtigen.

 

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  • Erhalten, was uns erhät!: © Fabio Schneck

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