Lenningen erhält den Zuschlag für das Laubholzinstitut

Bei der Pressekonferenz im Rathaus in Oberlenningen zum Laubholzinstitut am 21.11.2019 v.re.n.li. Bürgermeister Michael Schlecht, Andreas Schwarz MdL, Minister Peter Hauk MdL, Karl Zimmermann MdL // © Carmen Tittel

Die grün-geführte Landesregierung wird in Lenningen (bzw. in Oberlenningen im Landkreis Esslingen) ein Technikum Laubholz einrichten. „Hierzu habe ich gestern zusammen mit unserem Landwirtschaftsminister Peter Hauk eine Pressekonferenz durchgeführt“, berichtet der Fraktionsvorsitzende der Grünen Landtagsfraktion und Kirchheimer Abgeordnete Andreas Schwarz MdL.

„Wir wollen Innovationsakzente für unser Land und unsere heimische Wirtschaft setzen. Daher arbeiten wir seit langem an einem Laubholzinstitut. Beim Laubholzinstitut bzw. Technikum Laubholz geht es um innovative und hochwertige Verwendungsmöglichkeiten für Laubholz in der industriellen Fertigung.  Wir wollen, dass innovative Produkte aus Holz schneller auf den Markt kommen. Auch das ist eine Aufgabe des Laubholzinstituts. In unseren heimischen Laubbäumen steckt ein enormes Potenzial. Vom zukunftsweisenden Öko-Baustoff für Wohnhäuser bis zu innovativen Produkten wie neue Fasern, Textilien und Folien, die aus natürlichen Grundstoffen hergestellt werden und nicht aus Erdöl. 

Damit betreten wir Neuland für die Bioökonomie: Laubholz trägt dazu bei, fossile Rohstoffe zu substituieren! Wir verbinden mit dieser hochwertigen Nutzung, des nachwachsenden Rohstoffs Holz, Ökonomie und Ökologie! Die Grüne Landtagsfraktion hatte auf ihrer Klausurtagung Anfang September ein umfassendes Papier „Konsequenter Klimaschutz in Landwirtschaft, Waldwirtschaft und Ernährung mit grünen Konzepten“ beschlossen. Dazu gehört, dass wir unsere Wälder als klimastabile Mischwäldern mit hohem Laubholzanteil umbauen und so zur ökologischen Stabilität der Wälder beizutragen. Die Entwicklung innovativer und hochwertiger Verwendungen für Laubholz ist also ökologisch und ökonomisch wichtig und steigert die Wertschöpfung aus den Wäldern.

Im Haushaltsplan für den Doppelhaushalt 2020/2021 haben wir Gelder für ein Technikum Laubholz hinterlegt hat. Aktuell befinden wir uns in schwierigen Haushaltsplanberatungen. Die Mehranforderungen der Ressorts von mehr als vier Milliarden Euro waren deutlich zu hoch, sodass wir Schwerpunkte setzen mussten.  Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, einen Grundsatzbeschluss zu erreichen. Im Doppelhaushalt, den wir im Dezember verabschieden werden, wird ein Gesamtvolumen von 30 Mio. Euro von Landesseite zur Verfügung gestellt werden. In den letzten Monaten gab es verschiedene Gutachten und Expertisen zu einem möglichen Technikum Laubholz. Es wurden unterschiedliche Standorte untersucht. Der Standort Lenningen wurde dabei als der geeignetste Standort für eine Ansiedlung identifiziert. Ich habe mich persönlich dafür eingesetzt und ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, den Grundsatzbeschluss zu erreichen. Auch weitere Partner aus der Wirtschaft konnten wir gewinnen. Wir haben bereits eine Zusage von Greencycle, einem Unternehmen der Schwarzgruppe, die das Technikum Laubholz unterstützen und begleiten wird. Auch Josef Rettenmaier von Rettenmaier und Söhne – ein großer deutscher Faserstoffhersteller – ist bereits mit an Bord. 

Warum machen wir das? Weil wir einen Innovationsschub brauchen, damit die Holzbranche in Baden-Württemberg eine Zukunftsbranche bleibt und klimastabile Wälder Einkommen sichern können. Und wir müssen gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels Holz als natürlichen CO2 Speicher optimal nutzen. Wobei in klimastabilen Wäldern mehr Laubholz und weniger Nadelholz wächst. Produkte aus Laubholz sind bislang ein Nischenmarkt. Wir brauchen also dringend lukrative Verwendungsmöglichkeiten und sehen hier großen Entwicklungs- und Forschungsbedarf. Damit mit dem Laubholzinstitut Ökologie und Ökonomie weiter zusammenwachsen. Die möglichen Anwendungsbereiche sind vielfältig, beispielsweise die Entwicklung von Carbonfasern für die (Auto-)Industrie, ökologische Verpackungen, Textilien, Biotenside, Kosmetika  oder ökologische Verbundwerkstoffe.

Mit dem Laubholzinstitut fördern wir die angewandte Forschung, um Laubholz wirtschaftlich und CO2-bindend zu verwenden. Wir brauchen diese nachhaltige und klimaneutrale Nutzung von Holz – so haben wir das auch im Koalitionsvertrag vereinbart. Und die Ansiedlung des Laubholzinstituts in Lenningen stärkt den Standort hier im Ländlichen Raum. Da haben wir nun – politisch – den Grundstein gelegt“.

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Bildquelle(n):

  • Pressekonferenz zum Laubholzinstitut: © Carmen Tittel

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